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↑ Gedanken

Länger sehen
2026-06-13 Wahrnehmung

Ich laufe oft ziellos durch die Gegend
in der Hoffnung, ein Bild zu sehen.
Was oft sich nicht erfüllt.
Und so spaziere ich nur mit meiner Kamera.

Ich bewege mich.
Durch viel Raum in wenig Zeit.
Immer in der einen Hoffnung:
um die nächste Ecke endlich doch ein Bild zu sehen.

Doch die letzten Jahre habe ich bemerkt:
Bilder können mich finden, wenn ich ihrem Raum Zeit gebe.

Geheimdialog:
Ich ging abends in Glasgow nochmal kurz raus, nur um das Hotel.
Ich lief mehrfach langsam durch die gleichen Straßen.
Und sah in der 3. Runde plötzlich etwas.
das ich die ganze Zeit davor nicht sah.

Mittlerweile beschränke ich mich oft.
Nur auf einen kleineren Ort.
Eine Straße.
Einen Park.
Und versuche, ihn wirklich wahrzunehmen.

Sollten wir nicht vielleicht lernen,
nicht mehr zu sehen,
sondern länger zu sehen?

Ich stehe bewegungslos.
Nach einigen Minuten bemerke ich plötzlich eine Symmetrie.
Kurz darauf ein Farbenspiel.
Ich leg' mich minutenlang auf den Boden, die Blicke anderer ignorierend.
Und sehe plötzlich etwas,
das manchmal mich zu Bildern führt,
die ich im Vorbeigehen niemals gesehen hätte.

Ich flüchte nicht mehr von dem Raum.
Ich gebe ihm Zeit.
Zu mir zu kommen.

Gib jedem Raum Zeit.

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