lichtspiele
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↑ Gedanken

Der andere Blick

Ich sehe mich.
Ich sehe andere.
Aber wie sehen mich andere?

Diese Frage stellt sich auch bei Fotos.
Was passiert, wenn sie von anderen betrachtet werden?

Du hältst ein Werk für ein Meisterwerk.
Und beim Präsentieren kommt: Häh?
Du hältst ein Werk für Mittelmaß.
Und bekommst irritierend viel Applaus.

Wie ein Werk ankommt,
ist unvorhersehbar.

Nicht missverstehen:
Kunst ist kein Wettbewerb.
Ich lasse mich nicht lenken durch Resonanz.
Doch sie kann helfen, eigenes auch anders zu sehen.
Ich weiß, was ich sehe.
Ich weiß nicht, was du siehst.
Das finde ich spannend.

Ein Mensch „sieht“ ein Foto nicht allein.
Gesehen wird es durch seine Lebens- und Bildungserfahrungen.
Es entfaltet sich mit jeder einzelnen Begegnung.

Als ob,
in jedem Menschen,
der ein Werk betrachtet,
es in sich aufnimmt,
ein neues Werk entsteht.

Den Blick anderer können wir nutzen.
Nicht, um jegliche Resonanz uns zu Herzen zu nehmen;
nicht um jegliche Resonanz zu ignorieren;
sondern um unseren Blick zu reflektieren.

Resonanz kann auch von uns selbst kommen.
Selbst auf eigene Fotos kann sich unser Blick mit der Zeit verändern,
weil auch wir uns mit der Zeit verändern.
Was uns früher faszinierte, mag uns heute langweilen.

Wird sich dein Ich in 10 Jahren vielleicht bedanken,
über deine jetzigen Gedanken?

Resonanz heißt nicht
gut oder schlecht.
Resonanz heißt zu verstehen,
was in anderen ausgelöst wird.

Andere Menschen können nicht für uns sehen.
Aber uns zeigen,
was wir nicht gesehen haben.

Wenn du möchtest, teile, was nach dem Lesen bleibt. Deine Resonanz erscheint nicht öffentlich.

Du bist Fotograf/Künstler und würdest so eine Webseite auch gerne haben? Sprich mich an.